Allgemeine Tipps für Betroffene

Sie wissen bereits, dass es keine »Heilung« der COPD gibt. Sie sind nun einmal davon betroffen und können es nicht mehr rückgängig machen. Nur durch gezielte Therapien, gesunde Lebensweise und Freude über jeden Tag kann eine Verbesserung erzielt werden. Sie selbst können sehr viel tun, um die Nebenwirkungen und Symptome der Krankheit zu verringern.

 

Leben Sie positiv

Holen Sie sich Ratschläge von Ärzten und Physiotherapeuten, zu Hause, in einer Rehabilitationsklinik und anderswo (z.B. bei Selbsthilfegruppen). Sie werden im Laufe der Zeit auf viele, meist einfache Tipps stossen. Wir wollen Ihnen hier eine Auswahl vorstellen. Die folgenden Erfahrungen, Hinweise und Anregungen sind sehr allgemeiner »nichtmedizinischer« Natur.

Berücksichtigen Sie, dass dies vorwiegend Anregungen für Patienten in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sind. Und ausserdem ist jeder verschieden: Sie werden Vorschläge finden, die Ihnen sehr helfen werden, andere können Ihnen weniger wichtig erscheinen.

 

Ankleiden

  • Sie sollten alles vermeiden, was den Brustkorb, den Bauch oder den Unterleib einengt.  Aus diesem Grunde sind enge Gürtel und unbequeme Kleidungsstücke nicht sinnvoll.
  • Zum Glück kann man sich zu Hause anziehen, wie man möchte. Entscheiden Sie sich daher zu Hause für bequeme Kleidung, so oft Sie können.
  • Männer empfinden Hosenträger oft angenehmer als einen Gürtel. Frauen empfinden Socken und Hosen oft angenehmer als eine Strumpfhose.
  • Setzen Sie sich zum Anziehen hin, z.B. auf einen Stuhl. Ziehen Sie nun zuerst Ihre Strümpfe an. Dann halten Sie die Unterwäsche in Ihre Hose und schlüpfen mit einer Bewegung in beide Kleidungsstücke. Ihre Lieblingsschuhe mit Schnürsenkel können durch die Benutzung von elastischen Schnürsenkeln in Slipper umgewandelt werden. Ein langer Schuhlöffel erleichtert das Anziehen der Schuhe. Und stellen Sie auch einen Stuhl neben den Schuhschrank.

 

Aufstehen

  • Dies ist für einige Patienten ein schwieriger Moment, denn aus dem Aufstehen kann eine richtige Arbeit werden: Versuchen Sie einige Streck- und Entspannungsübungen noch im Liegen. Dies wird Ihnen helfen, den Körper langsam für den Tag in Schwung zu bringen.
  • Zum Entkleiden setzen Sie sich auf die Bettkante. Legen Sie Ihre Kleidung z.B. auf einen Stuhl in der Nähe des Bettes. BereitenSie auch frische Wäsche für den nächsten Tag bereits am Abend vor. Denn morgens ist diese Tätigkeit für die meisten anstrengender als am Abend.
  • Setzen Sie sich auf die Bettkante und inhalieren Sie noch im Sitzen vor dem Ankleiden oder Duschen Ihre atemwegserweiternden Medikamente. Dann sind Ihre Atemwege schon geweitet und Sie bekommen besser Luft.
  • Nutzen Sie in den Kommoden und Schränken die Schubladen und Fächer, die am leichtesten zu erreichen sind. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, häufig benutzte Kleidung, wie z.B. Socken und Unterwäsche, in der Nähe des Bettes zu verwahren, und seltener benutzte Kleidung weiter weg zu lagern.

 

Baden oder Duschen

  • Ein Badehocker ist eine grosse Hilfe. Dieser ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und passt genau in die Wanne. Sie können im Sitzen duschen oder sich danach die Füsse abtrocknen. Benutzen Sie auf jeden Fall einen Duschkopf, den Sie in die Hand nehmen können.
  • Ein Bademantel erleichtert das Abtrocknen, denn Sie müssen sich nicht trocken reiben. Setzen Sie sich nach dem Baden zum Abtrocknen auf einen Hocker oder auf den Toilettendeckel.
  • Wenn Sie sich schwach fühlen, sollten Sie nicht alleine baden oder duschen. Wenn Sie zusätzlichen Sauerstoff benötigen, können Sie Ihre Sauerstoffleitung über den über den Stab des Duschvorhanges legen.

 

Auswahl eines Arztes

  • Suchen Sie sich einen Arzt, dem Sie sich wirklich anvertrauen wollen. Sie sind wegen Ihrer chronischen Erkrankung auf eine gute und langfristige Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt angewiesen. Sie werden Ihren Arzt brauchen. Vertrauen auf beiden Seiten ist eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Arzt-Patient-Beziehung.
  • Einen guten Arzt zu finden ist wichtig, aber Sie sollten sich darüber hinaus auch selbst über Ihre Krankheit informieren.

 

Auslöser von Atemnot

  • Da Ihre Lunge durch die COPD geschädigt ist, reagieren Sie auf bestimmte Reize mit Atemnot. Wichtig ist, dass Sie die Auslöser, die bei Ihnen die Atemnot auslösen oder verstärken können, identifizieren und versuchen, diese in Zukunft – wenn möglich – zu meiden.

 

Hier einige typische Beispiele für Auslöser von Atemnot:

  • Chemische Auslöser: z.B. Haushaltsreiniger, Farben, Lacke.
  • Physikalische Auslöser: z.B. Zigarettenqualm, Dunst (Kochen, Braten), Autoabgase, Kälte, Staub, Feuchtigkeit, intensive Gerüche (z.B. Deos).
  • Sonstige Auslöser: körperliche Anstrengung, seelische Anspannung.

 

Auswurf und Husten

  • Lernen Sie die Hustentechniken. Das geht nicht allein im »Trockentraining«. Suchen Sie sich eine/einen Physiotherapeutin/en oder Atemtherapeutin/en, die/der Ihnen die Techniken beibringt. An vielen Orten gibt es Atemtherapiegruppen, diese sind in der Regel sehr zu empfehlen.
  • Planen Sie morgens die nötige Zeit ein, um sich »freizuhusten«. Nehmen Sie Ihre »Bronchialtoilette« ernst. Oft ist dadurch die Grundlage für einen guten Start in den Tag geschaffen.

 

Das richtige Tempo finden

  • Angemessenes Gehen bzw. das Finden der richtigen Geschwindigkeit ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die Sie lernen müssen.
  • Die Beeinträchtigung durch die Krankheit schwankt von Tag zu Tag oder sogar von Stunde zu Stunde. Es gibt Zeiten, in denen Sie sofort nach dem Aufwachen wissen, »dass dies kein guter Tag wird«. Oder umgekehrt: Sie fühlen sich nach dem Aufstehen bestens und können viele Dinge erledigen. Lernen Sie, diesen eigenen Empfindungen zu vertrauen und sich dementsprechend zu verhalten.
  • Übernehmen Sie sich nicht und tun Sie nur das, was Sie ohne Zwang schaffen.
  • Wenn Sie ermüden, bewegen Sie sich einfach langsamer. Schämen Sie sich nicht, z.B. das Fensterputzen zu unterbrechen.
  • Inhalieren Sie vor besonderen Anstrengungen Ihre atemwegserweiternden Medikamente – meistens erleichtern dann diese Medikamente die körperliche Anstrengung.
  • Wenn Sie atemlos werden, benutzen Sie die Lippenbremse. Erinnern Sie sich – die Lippenbremse hilft zuverlässig und Sie können diese jederzeit und überall anwenden.

 

Ernährung

  • Legen Sie Wert auf eine sinnvolle Ernährung, denn die Lebensmittel versorgen Ihren Körper mit Energie. Es ist wichtig, eine gesunde abwechslungsreiche Kost zu sich zu nehmen, um eine gute Funktion Ihres Körpers zu erreichen.
  • Abhängig vom Schweregrad Ihrer COPD verbrauchen Sie evtl. mehr Energie für das Atmen. Versuchen Sie, ein normales Gewicht zu halten bzw. zu erreichen: Wenn Sie Untergewicht haben, fehlt Ihnen Energie, um aktiv zu werden. Wenn Sie Übergewicht haben, muss Ihr Herz mehr arbeiten, und Sie geraten schneller in Atemnot.
  • Vermeiden Sie Speisen, die Blähungen fördern, da Magen und Darm dadurch »aufgeblasen« werden. Es entsteht von unten Druck auf das Zwerchfell und die sowieso schon durch die Lungenüberblähung verminderte Zwerchfellbeweglichkeit wird noch mehr eingeschränkt.
  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, wenn Ihnen Ihr Arzt nicht zu etwas anderem rät. Dadurch wird der Schleim dünn gehalten und Sie können besser abhusten. Zudem können warme Getränke den schleimlösenden Effekt steigern.

 

Körperlich aktiv

  • Warten, statt aktiv zu werden, kann zu Trägheit führen. Die Muskeln bilden sich zurück, das Herz wird schwächer und die geistigen Fähigkeiten können sich einschränken. Tägliche Aktivität hilft hingegen Ihrem Körper, funktions- und leistungsfähiger zu bleiben.
  • Beginnen Sie mit einem regelmässigen Übungsprogramm, das Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Ein neues Übungsprogramm sollten Sie immer langsam anfangen und allmählich steigern. Zwei leichte, bequeme und preiswerte Formen von Übungen sind Gehen und Gartenarbeit.
  • Es ist leichter, mit einfachen Arbeiten langsam anzufangen, um Energie zu sparen. Vermeiden Sie unnötige Aufgaben. Verlangsamen Sie Ihre Tätigkeit, legen Sie öfter eine Pause ein.
  • Tragen Sie zum Einkaufen einen Rucksack. Durch die aufrechte Haltung bleibt der Bauch frei und die Zwerchfellatmung wird nicht behindert.

 

 

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