Die Erkrankung im Griff

Die COPD ist durch ein Auf und Ab der Beschwerden gekennzeichnet. Daher ist es entscheidend, rechtzeitig auf eine Zunahme der Beschwerden zu reagieren, um so einen Notfall zu verhindern.

Frühwarnsystem - Symptome beobachten

Jede Verschlechterung der COPD, z.B. im Rahmen eines Infektes, kündigt sich durch eine Reihe von Warnsymptomen an. Diese Warnsymptome müssen Sie kennen, um rechtzeitig zusammen mit Ihrem Arzt reagieren zu können.

Die typischen Warnsymptome für eine drohende Verschlechterung sind:

1. Zunahme der Atemnot

2. Verstärkung des Hustens

3. Veränderung des Auswurfs (Menge, Farbe, Zähigkeit)

4. Abnahme der Belastbarkeit

5. Steigender Verbrauch an Notfallspray

6. Auftreten von Anzeichen eines Infektes: z.B. Fieber, gelb-grüner Auswurf usw.

 

Weitere Möglichkeiten, um eine Verschlechterung der COPD zu erkennen

Peak-Flow-Meter
Mit dem Peak-Flow-Meter, einem einfachen mechanischen Messgerät, können Sie zu jeder Zeit und an jedem Ort die Weite Ihrer Atemwege bestimmen. Der Begriff »Peak-Flow« steht für Spitzenfluss, d.h. das Gerät macht also eine so genannte kleine Lungenfunktionsmessung und bestimmt die maximale Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft während der Ausatmung (Einheit: Liter pro Minute).

Tagebuch führen – Die Erkrankung immer im Blick
Für die Selbstkontrolle der Erkrankung lohnt es sich ein Tagebuch zu führen. Benutzen Sie dazu Ihre Agenda (Papierform oder auf dem Mobiltelefon). Protokollieren Sie regelmässig die Symptome und die Anzahl der genutzten Hübe ihres Notfallsprays in diesem Tagebuch, dann erhalten Sie bald einen sicheren Überblick über den Verlauf Ihrer Erkrankung. Zeigen Sie dieses Tagebuch bei jedem Besuch Ihrem behandelnden Arzt, dann können Sie mit ihm besprechen, ob eine Anpassung der Medikamente erforderlich ist.

Vermeidung schädigender Einflüsse (Vorbeugung)
Wenn jemand eine COPD hat, stellt sich natürlich die Frage nach den Ursachen. Mittlerweile sind eine Reihe von verschiedenen Auslösern identifiziert worden:

  • Aktives und passives Zigarettenrauchen
  • Beruflicher Umgang mit Gasen oder Dämpfen, die die Atemwege reizen oder Arbeiten in staubbelasteter Umgebung (Kohlebergbau)
  • Genetisch bedingte Faktoren

Liegt eines der genannten Risiken für die Entstehung einer COPD vor und sind dauerhaft Husten und/oder Auswurf vorhanden, so sollte mindestens 1 x pro Jahr die Lungenfunktion gemessen werden, um eine frühzeitige Verschlechterung erkennen und behandeln zu können. Manch einer neigt dazu, anderen die Schuld für seine Erkrankung zu geben: Angeblich ist Staub am Arbeitsplatz schuld oder die Umweltverschmutzung. Zu leicht vergisst man dabei, dass man seit vielen Jahren ein starker Raucher ist bzw. viele Jahre lang geraucht hat.

 

Was ist am Rauchen eigentlich so gefährlich?

Im Zigarettenrauch sind mehrere tausend verschiedene Stoffe und Substanzen enthalten. Nicht nur jede einzelne Substanz ist für sich allein schon gefährlich, sondern es kommt auch noch zu Wechselwirkungen zwischen den Stoffen, die im Rauch enthalten sind. In der Folge potenzieren sich die Gefahren und das Rauchen wird zum unkalkulierbaren Risiko.

Das Rauchen erhöht auch das Risiko für andere Erkrankungen. Zu den sogenannten »tabakassoziierten Erkrankungen« gehören nicht nur die chronisch obstruktive Bronchitis, sondern auch bösartige Tumorerkrankungen und Gefässkrankheiten. Eine häufige Tumorerkrankung ist der Lungenkrebs: mehr als 90 % aller Menschen, die an Lungenkrebs erkranken, sind Raucher. Auch der Kehlkopfkrebs ist eine typische Erkrankung der Raucher, insbesondere in Verbindung mit dem Konsum von Alkohol. 

 

                        "Das Tabakrauchen ist mit Abstand die häufigste
                        Ursache der COPD, etwa 80 % der Betroffenen
                        sind Raucher oder Exraucher." 

 

Zu den typischen Raucherkrankheiten gehören auch die Blutgefässerkrankungen. Das Rauchen fördert die Arteriosklerose, d.h. die Verkalkung der Blutgefässe. Die Folgen dieser Veränderungen sind abhängig von der Lage der betroffenen Gefässe: Die Einengung der Herzkranzgefäße nennt man koronare Herzkrankheit (KHK).Wenn diese Erkrankung weiter fortschreitet, kann ein Herzinfarkt auftreten. Bei Rauchern tritt ein Herzinfarkt mindestens doppelt so häufig auf wie bei Nichtrauchern. Wenn die Arteriosklerose die Gefäße im Gehirn betrifft, spricht man von einer Zerebralsklerose, deren schlimmste Folge ein Schlaganfall ist. 

Eine Verkalkung und Einengung der Arterien, die die Beine versorgen, bezeichnet man als periphere arterielle Verschlusskrankheit oder »Schaufensterkrankheit«. Der Begriff »Schaufensterkrankheit« rührt her von der Beobachtung, dass die Durchblutung der Beinmuskeln bereits nach wenigen Metern Gehstrecke nicht mehr ausreicht, da die Gefässe eingeengt sind. Die minderdurchbluteten Muskeln reagieren mit Schmerzen, so dass der Betroffene stehen bleibt (z.B. an einem Schaufenster).

Weitere Folgen des Rauchens sind eine schnelle Hautalterung (vorzeitige Faltenbildung), ungünstige Veränderungen der Blutfette und eine Beeinträchtigung des Geruchssinns.

 

 

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